Auf einer Hochzeitsfeier von unseren Freunden wurde für die Gäste eine Fotobox ausgestellt. Zusammen mit der Fotobox gab es lustige Verkleidungen dazu. Die Gäste hatten sichtlich Spaß beim Verkleiden, beim Posieren und Fotografieren. Je später der Abend wurde, desto mehr wurde die Box genutzt. Die Leute entspannten sich und kamen in Kontakt mit anderen Gästen. An sich war die Stimmung sehr gut und die Gäste amüsierten sich mit dieser Box.

Auf dieser Feier kam mir der Wunsch ebenfalls eine ähnliche Fotobox zu bauen. Da meine eigene Hochzeit in wenigen Monaten bevorstand, kam mir dies auch gelegen. So wollte ich für unsere Hochzeit ebenfalls eine Fotobox aufstellen. So schwer kann es ja nicht sein eine Fotobox zu bauen?

Nach einer Internetrecherche habe ich mir ein Überblick über einige Mietangebote gemacht aber vielmehr haben mich die selbstgebauten Boxen interessiert. Bei den professionellen Anbietern konnte einige Ideen abgucken und schon mal schauen was den Generell angeboten wird. So findet man oft Vermieter, die ein Grundeingebot oder Paketpreise auf deren Internetseiten einstellen. D.h. die Box wird erst mal „nackt“ angeboten und je mehr Equipment man dazu haben möchte, desto höher auch der Preis. So kann man sich einen Fotodrucker, eine Fotowand, Accessoires zum Verkleiden usw. dazu buchen. Die Boxen an sich unterscheiden sich auch stark in deren Funktionen. Es gibt welche mit extrem vielen Schnickschnack, wie einem Touchscreen auf dem man sein gemachtes Foto noch anschließend bearbeiten kann und anschließend per eingebauten Internetzugang in den sozialen Medien veröffentlichen kann. Das treibt natürlich den Mietpreis für so ein Gerät in die Höhe. Nicht selten habe ich Preise von 350 € bis 500 € gesehen und oft habe ich mir die Frage gestellt, ob man das alles braucht?

Die selbstgebauten Kisten sind in deren Funktionalitäten eher einfach aufgestellt aber auch hier kann man sehr viel realisieren. Je nachdem wie viel Arbeit man sich machen möchte, kann man sehr viel aus so einer Box rausholen und so machte ich mich ans Werk.

Als Herzstück braucht man zuerst einen Computer, der die Steuerung der Box übernimmt. An dieser Stelle habe ich mich für einen klassischen Raspberry Pi entschieden. Dieser Computer ist im Vergleich zu anderen Systemen sehr günstig und läuft auf einer Linux-Distribution (Raspbian). Generell wollte ich eher lieber mit Linux als mit Windows arbeiten, da ich mir an dieser Stelle mehr Flexibilität einräumen wollte.

Mit der Kamera war es einfach, da meine Frau noch eine Spiegelreflexkamera im Schrank liegen hatte. Hierbei handelt es sich um eine Einsteigerkamera von Canon und zwar eine EOS 1100D mit einem EF-S 18-55mm Objektiv. Für meine Zwecke mehr als ausreichend! Dazu habe ich mir ein Netzteil mit Akkuadapter bestellt, um nicht auf den Kameraakku angewiesen zu sein. Das ganze hab eich mit einem Blitzgerät abgerundet.

Canon EOS 1100D mit Aufsteckblitz

Parallel hielt ich Ausschau nach einem Monitor und wurde schließlich auf eBay-Kleinanzeigen fündig. Dort konnte ich einen älteren Monitor für 10 € ergattern. Danke an dieser Stelle an den netten Kollegen!

Schließlich sollte das ganze in eine Box rein und so machte ich mir erstmal eine CAD-Modell

Konzept isometrische Darstellung
Konzeptübersicht Box von Innen
Konzeptübersicht Box von Oben
Konzeptübersicht Box von Unten

Die Größe der Box bestimmt sehr der Monitor. Vielleicht habe ich mit dem 21 Zoll Monitor etwas übertrieben? Damit das ganze nicht zu schwer wird habe ich mich für 3 mm Starkes MDF entschieden. Die Platten konnte ich direkt im Baumarkt auf maß zuschneiden lassen. Zur Verstärkung dienen Holzlatten mit einer Fläche von 20 x 10 mm.

Damit das ganze nicht so hässlich aussieht habe ich im Baumarkt 5 mm starke Korkplatten gekauft. Diese ließen sich sehr gut mit einem Teppichmesser zuschneiden und anschließend mit einem Holzleim an die MDF-Platten ankleben. Die Kanten habe ich mit einem 15 mm x 15 mm L-Profil aus Kunststoff zugemacht. An vielen Stellen hatte ich meinen Drucker angeschmissen, um die benötigten Winkel etc. zu bekommen.

Explosionsdarstellung der Fotobox

Nachdem das Konzept für die Konstruktion einigermaßen stand ging es schließlich zum Zusammenbau. Dafür braucht man lediglich etwas handwerkliches Geschick und etwas Werkzeug. Stichsäge, Feilen, Schrauben, Akkuschrauber u.s.w.

Hier einige Impressionen zu der zusammengebauten Box:

Im nächsten Part geht es weiter mit der Realisierung der elektronischen Komponenten der Box.

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